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Kolumne: EA-Chef gefeuert
03-21-2013, 04:19 AM (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03-21-2013 08:31 AM von doggy.)
Beitrag: #1
Kolumne: EA-Chef gefeuert
Wo ist der Schampus?


John Riccitiello: Ein Lächeln zum Abschied. Sag zum Abschied leise Servus: EA-Chef John Riccitiello nimmt seinen Hut (den er bestimmt durch eine Mikrotransaktion erworben hat), schwingt sich den mit 8 Millionen Dollar Abfindung prall gefüllten Geldsack auf den Rücken und spaziert zur Tür hinaus. Das Gebäude hinter ihm brennt lichterloh.

[Bild: 2e36f4e171ab5af5.jpeg]

Riccitiellos Abgang All das Fluchen hat nichts gebracht, all das Weinen und Flehen und Schreien. John Riccitiello hat sein Ding gnadenlos durchgezogen. Sechs Jahre lang hatte Riccitiello bei EA das Sagen. In dieser Zeit ist der Wert der EA-Aktie von 40 Dollar auf 15 Dollar abgesackt, EA hat in diesen Jahren mehr als 2 Milliarden Dollar Miese gemacht. Aber die dicke rote Zahl unter dem Strich, die hat am Ende eben doch etwas gebracht: Der Mann mit dem kalten Lächeln eines toten Fisches springt über die Reling. Vermutlich hat von hinten jemand nachgeholfen, mit einem kleinen Schubser womöglich, denn auch wenn die Brücke brennt und das hereinbrechende Wasser die ersten Kessel im Maschinenraum zum Explodieren bringt, einer wie Riccitiello geht selten freiwillig.


Origin: Feindbild vieler Spieler. Katastrophale Entscheidungen Auf die Spieler hat er nie gehört, da stand er drüber, das sah er anders, das wusste er besser. Die Core-Gamer, die Electronic Arts groß gemacht haben, waren ihm egal. Auf einem Massenmarkt mit schier unendlichen Möglichkeiten und Zielgruppen waren die Noch-Stammkunden nicht mehr als eine Randnotiz, die er vielleicht aus dem Augenwinkel wahrnahm, über die er aber großzügig hinwegsah. Wer das große Ganze im Auge hat, kann auf Einzelschicksale keine Rücksicht nehmen. Wer ein Omelett machen will, muss ein paar Eier zerschlagen.

Und so hat er denn seine Entscheidungen getroffen, eine nach der anderen, es waren viele, viele davon waren katastrophal. Er hat sie getroffen mit der Denke eines Managers, nie mit dem Herzen eines Gamers. Denn auch wenn er selbst etwas anderes von sich behauptete: Ein Gamer war John Riccitiello nie. Zu den fragwürdigsten seiner vielen fatalen Entscheidungen zählt sicherlich die Etablierung der EA-Vertriebsplattform Origin, auf die Riccitiello noch in seinem Abschiedsbrief besonders stolz ist. Die große Mehrheit der Spieler hat Origin vom ersten Moment an gehasst. DRM-Probleme und Always-Online-Unsinn, Spionage-Vorwürfe, Inkompatibilität mit älteren EA-Titeln, ein Shop, der schlimmer aussieht als das Büro der Hardware-Kollegen. Wenn einer auf etwas wie Origin stolz sein muss, dann kann er in seinen sechs Jahren an der Konzernspitze nicht allzu viel erreicht haben.

Dragon Age 2: Der kleinste gemeinsame Nenner. Riccitiello, der Spiele-Killer
Rekapitulieren wir doch mal die letzten dummen Entscheidungen, für die Riccitiello als CEO die volle Verantwortung zu tragen hat. EA hat unter Riccitiello zahlreiche Studios aufgekauft, viele davon sind inzwischen geschlossen. Zu den bekanntesten noch geöffneten Studios zählt sicherlich die Rollenspiel-Schmiede BioWare. Zu den Spieleperlen dieses Ausnahme-Entwicklers zählen beispielsweise "Baldur's Gate", "Neverwinter Nights", "Jade Empire", "Dragon Age" und "Mass Effect". Seit EA den Laden 2007 geschluckt hat, geht es steil bergab. Über die "Star Wars: The Old Republic"-Katastrophe breiten wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens, nur ein halbes Jahr nach dem Launch wurde der Titel, dessen Entwicklung einen dreistelligen Millionenbertrag verschlungen hatte, Free-to-Play.

"Dragon Age 2" war eine schlampig und unter enormem Zeitdruck hingeschlonzte Fortsetzung zu einem der besten Fantasy-Rollenspiele aller Zeiten. Die "Dragon Age"-Reihe hätte eine Legende sein können. Stattdessen hat EA sie mit dem furchtbaren, vermeintlich dem Massengeschmack angepassten zweiten Teil de facto beerdigt. Anstatt aus den eigenen Fehlern zu lernen, zog Riccitiello-EA dieselbe Nummer bei "Mass Effect 3" durch. Der Abschluss der großartigen Sci-Fi-Rollenspiel-Trilogie geriet zum durchwachsenen Vergnügen, an allen Ecken und Enden hatte der Entwickler überflüssigerweise geschraubt, um eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen.

Dasselbe Schicksal ereilte die "Dead Space"-Serie. Teil eins und zwei waren klaustrophobische Horror-Meisterwerke, Teil drei verkam dank Ricctiellos Zielgruppenverbreiterungswahn zur bloßen Schießbude. Und das war Riccitiellos größtes Problem: Wer immerzu nur nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner für alle sucht, bietet am Ende allen zu wenig.

Dead Space 3: Schießbude statt Horror. Spieler als Melkkühe
Aber damit allein wollte sich Riccitiello nicht zufrieden geben: Der Meister glaubte zudem, im Free-to-Play-Geschäftsmodell die Zukunft der Spieleindustrie erspäht zu haben. Künftig sollten alle EA-Titel auf Free-to-Play setzen. Als weitere Einnahmequelle hatte Riccitiello DLCs ausgemacht. Unter ihm begann EA, seine zahlende Kundschaft zu melken, wie es in der Geschichte der Videospielindustrie bis dato einmalig war.

Allein für "Dead Space 3" wurden bereits vor der Veröffentlichung zehn DLCs angekündigt, ein Großteil davon kostenpflichtig. Kam man bei EA nicht auf den Gedanken, dass sich den Spielern der Eindruck aufdrängen musste, es handele sich um bereits fertigen Content, der wieder aus dem Spiel entfernt worden war, um ihn separat zu verscherbeln? Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, kam "Dead Space 3" noch dazu mit Mikrotransaktionen daher: Spieler sollten sich die Wunschausrüstung doch bitte einfach gegen echtes Geld zusammenkaufen. Eine sensationelle Idee zur magischen Geldvermehrung, die Zweierlei zur Folge hatte: Der Aufschrei in der Gamer-Community war riesig, die Verkaufszahlen von "Dead Space 3" waren mickrig. Jetzt ist die Serie toter als ein zerstückelter Necromorph. Die vollmundige Ankündigung seitens EA, man wolle derlei Mikrotransaktionen künftig in allen Titeln anbieten, wurde prompt zurückgenommen.

SimCity: Riccitiellos letzter "Error". SimCity: Launch-Debakel
Um das traurige Desaster-Festival komplett zu machen, ging der SimCity-Launch so gründlich in die Hose, dass selbst die Mainstream-Medien darüber berichteten. Vom unverschämten Always-Online-Zwang und den mangelnden Server-Kapazitäten sowie der daraus resultierenden Unspielbarkeit wurde in den letzten Tagen ausführlich berichtet. Schade, dass nach BioWare jetzt mit Maxis der nächste Spieleentwickler mit EA am Steuer unter Vollgas gegen die Wand gefahren wird.

Schlechtestes Unternehmen Amerikas

2012 wurde EA von den Lesern des "Consumerist" zum "schlechtesten Unternehmen Amerikas" gekürt. 2013 tritt EA zur Titelverteidigung an. Bleibt die große Frage: Wird das alles besser werden, jetzt, wo John Riccitiello weg ist? Übergangsweise leitet Larry Probst als Executive Chairman die Geschicke des Unternehmens, als Nachfolger wird Peter Moore gehandelt, der jetzige Chief Operating Officer von EA. Während seiner Zeit bei Sega begleitete Moore den Launch der legendären Dreamcast-Konsole, bei Microsoft verhalf er der Xbox zu mehr Wettbewerbsfähigkeit auf dem Konsolenmarkt. Seine Liebe zu Spielen wollte er damals mit "Halo"- und "GTA"-Tattoos unter Beweis stellen, die er sich zum Launch der jeweiligen Titel stechen ließ. Ob das reicht? Vielleicht wäre ein frischer Wind besser für EA. Und frischer Wind kommt normalerweise von außerhalb.

Für gewöhnlich heißt es ja: Schlimmer geht immer. Im Fall von John Riccitiello wird das schwierig.

Quelle:Zur Quelle klick mich

Was man Heute kann besorgen, das verschiebe man stets auf morgen.
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Kolumne: EA-Chef gefeuert - Zack_Miller - 03-21-2013 04:19 AM

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